Stadtarchiv Frankfurt (Oder)

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 Zur Buchpräsentation „Jüdisches Brandenburg“ im Stadtarchiv Frankfurt (Oder)

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Am 22. Mai fand im Stadtarchiv die Präsentation des im Verlag für Berlin-Brandenburg erschienenen neuen Buches „Jüdisches Brandenburg : Geschichte und Gegenwart“ statt. (Bilder der Präsentation hier klicken). Mehr als 35 Gäste konnten dazu im Archiv begrüßt werden.
Für Frankfurt (Oder) ist die Geschichte der jüdischen Bewohner sehr bedeutsam. Hier, wo schon bald nach der Stadtrechtsverleihung jüdische Einwohner lebten, existierte bis zu ihrer Vernichtung eine der größten Gemeinden der Mark. Eine Urkunde von 1294 gehört zu den ältesten schriftlichen Belegen jüdischen Lebens in der Mark. Ihr Friedhof rechts der Oder gehört zu den ältesten Friedhöfen Mitteleuropas. Die bedeutende Geschichte von Frankfurt als d i e Messestadt Brandenburg-Preußens wäre ohne jüdisches Wirken nicht denkbar. Es ist Teil der Frankfurter Universitätsgeschichte – hier an der Oder wurden die ersten jüdischen Studenten an einer deutschen Universität immatrikuliert und promoviert. Die hiesige hebräische Druckerei versorgte die jüdische Bevölkerung eines Teils von Mittel- und Osteuropa mit den notwendigen Druckerzeugnissen. Frankfurt ist deshalb gleich mit drei Beiträgen im Band vertreten. Das umfängliche Ortskapitel schrieb Prof. Dr. Brigitte Meier von der Europa-Universität, die beiden Essays zu den „Jüdischen Studenten an der Viadrina“ und dem „Hebräischen Buchdruck“ erarbeitete der Leiter des Frankfurter Stadtarchivs, Dipl.-Archivar Ralf-Rüdiger Targiel. Die Autoren haben durch umfängliche Archivrecherchen neue Forschungsergebnisse gewonnen, die in den Beiträgen erstmals veröffentlicht werden.
Bei der gemeinsam vom Moses Mendelssohn Zentrum, dem Verlag für Berlin-Brandenburg und der Stadtverwaltung Frankfurt (Oder) durchgeführten Buchpräsentation sprach die Herausgeberin des Bandes, Dr. Irene A. Diekmann zum Gesamtprojekt. Anschließend sprachen die Frankfurter Autoren Prof. Dr. Brigitte Meier und Dipl.-Archivar Ralf-Rüdiger Targiel zu ihren Beiträgen, die im Buch veröffentlich wurden.

Zum Anlass der Buchvorstellung zeigte das Stadtarchiv aus dem Archivbestand einige Quellen zur jüdischen Geschichte sowie Frankfurter Druckwerke im Original, darunter den ältesten hebräischen Druck Brandenburgs und den Eintrag des Rabbiners Josef ben Me ir Theomin (1720-1792) in einer Akte des Frankfurter Magistrats.

Zum Buch:
Dr. Irene A. Diekmann (Herausgeberin)
Jüdisches Brandenburg : Geschichte und Gegenwart
Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2008
Format 16,7 x 22,4 cm, Hardcover
688 Seiten mit 341 Abbildungen
ISBN 978-3-86650-093-8
€ 29,95