Stadtarchiv Frankfurt (Oder)

Ablage


 Nachlass von Georg Schmidt (1929-1999) im Stadtarchiv Frankfurt (Oder)

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Am 29. Januar 2008 übergab Dipl.-Ing.  Roland Schmidt den Nachlass seines am 22. Juni 1999 Frankfurt verstorbenen Vaters Georg Schmidt. Der zu Lebzeiten weithin bekannte Georg Schmidt, auch bekannt als „Biologie-Schmidt“ und zuweilen despektierlich „Bio-Bulle“ genannt, unterrichtete fast ein halbes Jahrhundert Frankfurter Schüler.

Er wurde 1929 in Frankfurt (Oder) geboren, sein Vater, der Schmied Otto Schmidt wohnte zu dieser Zeit im Haus Ecke Große Oderstraße/ Regierungsstraße. Bis 1945 besuchte er die Mittelschule am Lenné-Park. Als Schüler ging er somit in das Gebäude, in welches einmal das Stadtarchiv einziehen wird. Für die dort geplante Ausstellung zur städtischen Schulgeschichte sind die im Nachlass entdeckten Schulzeugnisse, Fotos und Dokumente von erheblicher Bedeutung und werden dann auch zu sehen sein.

Nach seiner Schulzeit und dem Ende des 2. Weltkrieges versuchte er zunächst sein Glück in Frankreich, wo er bis 1951 als Hafenarbeiter, Matrose und unter Tage arbeitete. Im Frühjahr   1951 kehrte er nach Deutschland zurück, um nach einer kurzen Tätigkeit als Betonfacharbeiter in Braunschweig, und seiner Mitarbeit bei den Gründungsarbeiten der Frankfurter Oderbrücke im Oktober 1951 ein Studium am Institut für Lehrerbildung Frankfurt (Oder) zu beginnen. Weitere Studien  folgten, bis er den pädagogischen Hochschulabschluss besaß.

Seinen Weg als Lehrer begann 1953 als Lehreramtsbewerber an der 3. Grund- und Zentralschule, der Frankfurter Diesterwegschule. Nach einem weiteren Studium am Institut für Lehrerbildung Potsdam begann seine Tätigkeit an der 4. Grund- und Mittelschule in der Auguste-Bebel-Straße. Als Fachlehrer für Biologie und Chemie hatte er sich inzwischen längst einen Namen in Frankfurt gemacht. 1962 wurde er Vorsitzender der Fachkommission Biologie und 1964 Fachberater für Biologie und Schulgartenarbeit. Zu dieser Zeit lief an der 4. Schule ein Schulversuch zur besonderen Ausbildung von Schülern in physikalisch-technischer Richtung. Der Schulversuch endete 1964 mit der Gründung der Spezialschule Phys.-techn. Richtung. Georg Schmidt unterrichtete ab 1.9.1964 ausschließlich in den Klassenstufen 7-12 dieser Spezialschule. Diese Schule blieb dann seine Arbeitsstätte bis zu seiner Verabschiedung im Jahr 1994. Seine Schüler nahmen an verschiedenen Wettbewerben teil und vertraten dabei nicht nur Frankfurt (Oder), sondern belegten damit auch den Unterricht und das Engagement ihres Lehrers (Georg Schmidt nennt in der Festschrift „30 Jahre Carl-Friedrich-Gauss-Spezialschule/ Gymnasium“ allein die Namen von Marion Kutscherra, Kirsten Heinig, Kerstin Fiedler, Sabine Reißmüller, Roland Fritzsche, Anette Krüger, Marcel Pimer, Christian Federlein, Iris Hunger, Mathias Filter, Andrea Malz und Birgit Kruschel).

Durch seine jahrzehntelange Tätigkeit und seinen engagierten Umgang mit Heranwachsenden hat er ein wichtiges Kapitel Frankfurter Geschichte mitgestaltet, welches sich nun auch durch den Nachlass belegen lässt.

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Erste praktische Erfahrungen - Anstellung von Georg Schmidt als Praktikant, 1952

Im Unterricht. Georg Schmidt in der 6. Klasse der August-Bebel-Schule

Vor der August-Bebel-Schule, ca. 1964

Kollegium der Spezialschule 1965 („einige fehlen“) (v. l. obere Reihe: Georg Schmidt, Roland Reißmüller, Günter Fischer, Klaus Riller, Manfred Geselle, Horst Jaenicke/ untere Reihe: Dietrich Voigt, Ingrid Gabriel, Gisela Werner, Elfriede Stuck, Siegfried Becker)