Stadtarchiv Frankfurt (Oder)

Ablage


 Ausstellung zur Schlacht bei Kunersdorf am 12. August 1759. Eine Ausstellung in zwei Teilen

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1. Teil im Museum Viadrina - „Mirakel des Hauses Brandenburg“ (Stadtarchiv/ Museum Viadrina)
Ausstellungsdauer: 10.07. bis 1.11.2009

2009 jährt sich zum 250. Mal die Schlacht bei Kunersdorf, die Preußen vor den Toren Frankfurts eine empfindliche Niederlage bescherte und beinahe das Schicksal Preußens besiegelt hätte. Diese Schlacht war Teil des Siebenjährigen Krieges 1756 - 1763 (3. Schlesischer Krieg), in dem Preußen und Österreich mit ihren jeweiligen Verbündeten um Schlesien und die Vormacht im Reich kämpften. Das kleine Frankfurter Kämmereidorf Kunersdorf rückte im August 1759 für einen Moment ins Blicklicht eines europäischen Konfliktes. Während eine Tabakdose dem preußischen König Friedrich II. das Leben rettete, verloren mehr als 35.000 Soldaten auf beiden Seiten ihr Leben, wurden verwundet oder gerieten in Gefangenschaft. Schlaglichtartig wird in der Ausstellung die Region um Frankfurt in der Mitte des 18. Jahrhunderts vorgestellt. Anschließend werden die Geschehnisse, die unmittelbar mit dem Kriegsgeschehen im Zusammenhang standen, ihre Auswirkungen auf Stadt und Land wie auch die Erinnerungen an diese Schlacht verdeutlicht.

2. Teil im Kleist-Museum – „Mein Herz ist wund, doch darf ich´s nicht bekennen ...“ (Stadtarchiv/ Kleist-Museum)
Ausstellungsdauer: 10.07. bis 11.10.2009

Unter den Toten und Verwundeten dieser Schlacht war auch der preußische Major und Dichter der Aufklärung Ewald Christian von Kleist, der Verfasser der epischen Naturdichtung "Der Frühling" (erstmalige Frankfurter Drucke 1752, 1754). Der zweite Teil der Ausstellung zur Schlacht von Kunersdorf geht seinem Leben und Wirken nach. Der auf dem Kunersdorfer Schlachtfeld verwundete von Kleist wurde von einem russischen Offizier nach Frankfurt gebracht. Hier fand er Aufnahme im Haus des Professors Nikolai, (Gr. Oderstraße 37, Ecke Junkerstraße), wo er am 24. August starb. Zwei Tage später wurde er unter großer Anteilnahme auf dem, dem Militär vorbehaltenen Friedhofsteil bei St. Gertraud beigesetzt. Im Jahr darauf weilte auch Lessing an seiner Grabstätte. 1777 fasste die ein Jahr zuvor in Frankfurt gegründete Freimaurerloge "Zum aufrichtigen Herzen" auf Anregung ihres Ehrenmitgliedes Leopold von Braunschweig den Beschluss, für Ewald von Kleist ein Denkmal zu errichten. Der Auftrag ging an den Potsdamer Bildhauer Melchior Kambly, der es in der Form eines dreiseitigen Obelisken 1778/79 gestaltete.