Stadtarchiv Frankfurt (Oder)

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 Bestandsinformation

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zum Bestand H. Jungclaussen G.m.b.H. Baumschulen, Samen-Kulturen und Stauden

1. Vorbemerkung

Mit dieser Bestandsinformation wird die Öffentlichkeit über den im Stadtarchiv bearbeiteten Bestand der einstigen Gärtnerei und Baumschule H. Jungclaussen GmbH Frankfurt (Oder) informiert. Die Bearbeitung des 2005 übernommenen Bestandes erfolgte 2007 durch Franziska Lenz.

2. Zur Geschichte der Firma

1884 ersteigerte Heinrich Jungclaussen in Frankfurt (Oder) die heruntergekommene Baumschule von Theodor Holtz und gründete im selben Jahr die Firma ’H. Jungclaussen’ Baumschule, Samen-Kulturen und Stauden. Seit 1890 lässt sich ein kontinuierlicher Aufschwung verzeichnen. Der Betrieb wird ständig durch neue Anbauflächen erweitert und erlangt eine über die Stadtgrenzen hinausgehende Bedeutung für ganz Deutschland.
Zur Zeit der Weltwirtschaftskrise gefährden schwere Verluste die Existenz der Firma. Doch zu Beginn der 30er Jahre erfolgte durch die erfolgreiche Umstellung auf eine biologisch-dynamische Wirtschaftsweise ein erneuter Aufschwung, insbesondere im Gemüseanbau.
Im Februar 1945 wird Frankfurt (Oder) evakuiert und die Familie Jungclaussen flüchtet nach Thüringen. Nach Kriegsende wird der Betrieb von der russischen Besatzungsmacht und den Behörden in Frankfurt (Oder) zu einem Volkseigenen Gut erklärt und erhielt den Auftrag, Versorgungsaufgaben zu erfüllen. Wolfgang Jungclaussen kehrt zurück und bemüht sich um die Rückgabe des elterlichen Betriebes, allerdings vergeblich, denn die ihm zugeteilte Siedlerstelle wurde ihm kurze Zeit später wieder aberkannt.

Literatur:
Familienarchiv Jungclaussen: Beiträge zur Geschichte des Familienbetriebes Heinrich Jungclaussen, Frankfurt (Oder) Baumschulen, Samen und Stauden, 2. Aufl., überarbeitet und ergänzt Pfingsten 2001 von Dieter Jungclaussen, Jülich

3. Übernahme und archivische Bearbeitung

Die Übernahme erfolgte 2005 durch Edelgard Sachsenheimer, der Enkelin von Heinrich Jungclaussen. Aufgrund des geringen Umfangs ist nicht davon auszugehen, dass die Unterlagen vollständig sind. Weitere Übernahmen sind nicht zu erwarten.
Die Unterlagen befanden sich zum Teil in loser Blattablage. Die Vorsortierung und Bearbeitung des Archivgutes fand im Februar/März 2007 statt. Bestandsbearbeiter war die Praktikantin Franziska Lenz (Studentin der Fachhochschule Potsdam). Die Verzeichnung erfolgte nach den Regeln der OVG. Die Verzeichnungseinheiten sind im Augias-Archivprogramm des Stadtarchivs eingetragen, zusätzlich liegt eine Findkartei vor. Der Bestand ist zum Teil mit Enthält-Vermerken erschlossen. Zusätzlich wurde ein Sach-, Personen-, Institutions- und Vereinsindex erstellt.

4. Bestandsumfang und Gliederung

Die Hauptzeit der Überlieferung umfasst die Jahre von der Gründung 1884 bis einige Jahre nach Auflösung der Firma 1949, wobei die 30er und 40er Jahre besonders gut überliefert sind.
Insgesamt sind 41 Akteneinheiten verzeichnet, von denen alle für die Benutzung frei zugänglich sind.

Der Bestand gliedert sich in 7 Hauptgruppen:

  1. Geschäftsbetrieb: 12 Verzeichnungseinheiten

  2. Finanzunterlagen: 8 Verzeichnungseinheiten

  3. Unterlagen zum Anbau: 6 Verzeichnungseinheiten

  4. Fremdunterlagen über die Firma: 2 Verzeichnungseinheiten

  5. Karten und Pläne: 7 Verzeichnungseinheiten

  6. Privatunterlagen: 2 Verzeichnungseinheiten

  7. Gegenstandsablage: 4 Verzeichnungseinheiten

In dem Bestand finden sich detaillierte Informationen über einzelne Geschäftstätigkeiten sowie dem Kundenkreis der Firma. Aufgrund der guten Überlieferung der 30er und 40er Jahre lassen sich anhand des Bestandes sehr gut Aussagen über die Situation im landwirtschaftlichen Sektor zur Zeit des 3. Reichs und der Sowjetischen Besatzungszone erarbeiten.