Stadtarchiv Frankfurt (Oder)

Ablage


Ausstellung „Eine Skizze bin ich und Skizzen habe ich geschaffen“ –
anlässlich des 200.Geburtstages von Carl Alexander Simon im Stadtarchiv bis zum 31.1.2006

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Ein Visionär, den es bis nach Chile zog

Einem für seine Zeit ungewöhnlichen Mann hat das Stadtarchiv eine Ausstellung gewidmet, die am Montag in der Collegienstraße eröffnet wurde: Carl Alexander Simon. "Er war Maler, Schriftsteller, Architekt, Visionär Politiker und Dichter", sagt Oberarchivar Ralf-Rüdiger Targiel, der zur Eröffnung u. a. auch Jutta Krauss, Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung der Wartburg-Stiftung Eisenach, und Carlos Medina, Kulturattaché der Chilenischen Republik, begrüßen könnte.


Was haben Frankfurt, Eisenach und Chile mit Carl Alexander Simon zu tun? Die Ausstellung gibt anhand von Skizzen, Büchern, Entwürfen, Texten und Computerbildern Antworten. Geboren wurde Simon vor 200 Jahren, am 18. November 1805, im Mittelhaus der Sieben Raben. Zu sehen ist u. a. ein dickes Buch, in dem seine Einschreibung in das Friedrichsgymnasium ab Dezember 1819 vermerkt ist. Nach der Schulzeit erhielt er übrigens ein städtisches (!) Stipendium, um an der Königlichen Akademie der Künste in Berlin zu studieren. Später zog es den jungen Mann nach Weimar und Eisenach. "Simon gilt als der Wiederentdecker der Wartburg. Er hat als erster die denkmalhafte Erneuerung der Burg angeregt und lieferte dazu Konzepte und Entwürfe", berichtet Oberarchivar Targiel. Dieses Wirken ist ebenso in der Ausstellung dokumentiert – u.a. ist dort auch das berühmte Ölgemälde „Der Sängerkrieg“ zu sehen (unten links, der Mann im blauen Gewand soll Simon sein) – wie auch sein Anteil am Wieland-Dichterzimmer im Residenzschloss Weimar. Um 1842 ging er nach Stuttgart und wirkte dort vor allem politisch. Die Ausweisung aus Deutschland war die Folge. 1850 wanderte er gemeinsam mit seinem Schwager nach Chile aus, ernährte sich vom Skizzen-Verkauf und wurde dort um 1852 vermutlich Opfer der Indios. Deutschen Auswanderern will die chilenische Botschaft 2007 eine Ausstellung widmen. Dann werden auch Leihgaben aus dem Stadtarchiv zu Carl Alexander Simon zu sehen sein.

Platz nehmen erwünscht:
Archivleiter Ralf-Rüdiger Targiel und Redakteurin der Märkischen Oderzeitung Margrit Höfer, Autorin des Beitrages, auf der Chaiselongue vor dem Ölgemälde „Sängerkrieg“ von Carl Alexander Simon. (Foto: Heinz Köhler)


Bis 31. Januar ist die Schau Die. von 9 bis 19 Uhr sowie Mi. und Do von 9 bis 16 Uhr sehen.
(Märkische Oderzeitung, Dienstag, 22. November 2005, Artikel von Margrit Höfer)

Auf der Eröffnungsveranstaltung der Ausstellung am 21.11., 16.00 Uhr im Stadtarchiv sprachen Ralf-Rüdiger Targiel über „Carl Alexander Simon und Frankfurt (Oder)“, Jutta Krauss über die „Wiederentdeckung der Wartburg und Simons Stationen in Weimar und Eisenach“. Carlos Medina sprach über „C. A. Simon – ein Idealist“. Abschließend kam ein Nachfahre des Künstlers, der heute in Brasilien lebende Carlos Alexandre Loeb Caldenhof zu Wort (verlesen vom Mitarbeiter des Stadtarchivs Hans-Jürgen Rehfeld).

Im Stadtarchiv direkt oder auch auf Bestellung auch per mail können Sie den Katalog zu den Ausstellungen in Eisenach und Frankfurt bestellen (10,00 €, ggf. zzgl. Porto)