Stadtarchiv Frankfurt (Oder)

 

Aktuelles / Veranstaltungen


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  Schließung des Stadtarchivs über den Jahreswechsel 

Mit dem letzten Öffnungstag des Benutzersaales am 21. Dezember schließt das Stadtarchiv seine Türen für das Jahr 2017. Schon jetzt, am 7.12., ist abzusehen, dass in dem zu Ende gehenden Jahr die Benutzung (566) und die das Archiv erreichenden schriftlichen Anfragen (659) das Niveau der vergangenen Jahre erreichen wird.

Der Benutzersaal öffnet wieder am 2. Januar 2018.

In diesem Jahr haben die Archivmitarbeiter begonnen, die Bestände in neue Kartonagen zu verpacken, welche nicht nur den Umzug erleichtern, sondern auch danach im neuen Haus die sachgerechte Aufbewahrung der Archivalien ermöglichen werden. Durch die Förderung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aus Sondermitteln des Bundes für die Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes kann gegenwärtig auch die Verpackung und Neueinlagerung der kostbaren Karten- und Plansammlung erfolgen.
Die Umkartonierung und der damit verbundene erhöhte Platzbedarf bringt mit sich, dass das Archivgut zunehmend außer Haus untergebracht werden muss. Diese Bestände – wie jetzt schon der gesamte Bestand der bis 1945 geführten Baupolizeiakten und der Teilbestand Rat der Stadt 1945 bis 1952 – werden dann erst wieder im neuen Haus benutzbar sein.
Nach dem derzeitigen Baufortschritt wird der Einzug des Stadtarchivs in die umgebaute ehem. Bürgerschule doch nicht im Jahr 2018 stattfinden können. Ende Dezember 2018 wird der Umbau fertig gestellt. Für den dann erst möglichen Umzug wird das Stadtarchiv nach derzeitiger Planung von Februar bis April 2019, vollständig geschlossen.

Das Stadtarchiv wünscht allen Benutzern, Freunden und Kollegen ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes und erfolgreiches Jahr 2018.


   Dokumente von Herrmann Waehlert im Stadtarchiv 

Von Frau Christl Waehlert aus Oberursel erhielt das Stadtarchiv jetzt als Schenkung einige Bücher und Briefe aus dem Besitz des Großvaters ihres Mannes. Es handelt sich um Herrmann Waehlert, der in Frankfurt (Oder) am 8. Juli 1842 als Sohn des hiesigen Tischlermeisters Carl Waehlert geboren wurde. Die Familie wohnte zuerst am Holzmarkt, dann in der Tuchmacherstraße. Herrmann Waehlert, der später studierte, war zuletzt Direktor des Gaswerkes in Teplitz-Schönau (Teplice). Waehlert war ein Jugendfreund Anton von Werners. Vielleicht besuchten sie beide die hiesige Bürgerschule. Beide bleiben miteinander im Kontakt. Unter den Anton von Werner betreffenden Büchern und Dokumenten, die als Teilnachlass Waehlert in den Archivbestand aufgenommen sind (BA I, XXXIV 135), ist u. a. ein cdv-Porträt von Anton von Werner, welches er im Sept. 1870 dem Freund sandte, sowie die 1869 gedruckte Ausgabe des von Werner illustrierten Buches "Gaudeamus - Lieder aus dem Engeren und Weiteren" von Scheffel. Im Band eingeklebt findet sich der Begleitbrief seiner Freundes vom 9. Oktober 1868.


   Bisherige Archivkalender 

Nach der Präsentation des neuen historischen Archivkalenders am 13. September in der Ulrich von Hutten-Buchhandlung hat das Stadtarchiv die bisherigen historischen Kalender, einschließlich des Kalenders für das Jahr 2017, in die Internetseite des Stadtarchivs eingestellt. Die Kalender sind zu finden unter
www.stadtarchiv-ffo.de/Publikationen/Historische Bildkalender


   Neuer Archivkalender für das Jahr 2018  

Am 13. September, 15 Uhr, wurde in der Ulrich von Hutten – Buchhandlung der nunmehr sechste gemeinsam mit der Kalender-Manufaktur Verden produzierte Frankfurter Archivkalender für das Jahr 2018 öffentlich vorgestellt.

 

 

Wie in den vergangenen Jahren, so ist auch der neue Kalender thematisch angelegt. Die Themenwahl erfolgte mit Blick auf den im nächsten Jahr folgenden Einzug des Stadtarchivs in die sich jetzt im Umbau befindliche ehem. Bürgerschule und die Eröffnungsausstellung, in der Stadtgeschichte anhand von Fricke-Fotografien gezeigt werden wird.
Die Grundlage des neuen Archivkalenders ist ein um 1912 vom Frankfurter Buchbinder Richard Schenker herausgebrachtes Album mit vergrößerten Drucken seiner dann gängigsten Ansichtskarten.
Die Aufnahmen für das Album machte der hiesige Fotografenmeister Otto Fricke im Zeitraum von 1903 bis 1911. Sein Enkel und letzter Firmeninhaber, Herr Fotografenmeister Martin Fricke wird bei der Kalenderpräsentation anwesend sein.
Der Kalender „Frankfurt a./O. um 1912 – Das Bild der Stadt überliefert von Otto Fricke und Richard Schenker“ zeigt die Stadt Frankfurt an der Oder am Vorabend des Ersten Weltkrieges. Er zeigt das alte, ehrwürdige Frankfurt mit erstaunlich vielen neuen Bauwerken. Den Monatsbildern vorangestellt wurden kurze Geschichten der beiden am Album beteiligten Unternehmungen. Der Blick in die Firmengeschichte Schenker, einer der größten Frankfurter Herausgeber von Ansichtskarten reicht vom Beginn Anfang der 1890er Jahre bis 1953. Seit dem Weggang des letzten privaten Inhabers Theodor Schlüter geriet die Firma, die auch eine Buchdruckerei in der Wilhelm-Pieck-Str. (Leipziger Str.) besaß, hier fast in Vergessenheit. Anders dagegen das Fotoatelier Foto-Fricke (Haase & Co). Das 1890 aus Berlin nach Frankfurt gekommene und bis 1999 in der Bahnhofsstraße existierende Atelier ist heute noch als eines der bekanntesten Frankfurter Fotohäuser unvergessen.
Der Kalenderpreis beträgt 19 €. Er ist seit dem 13. September in der Ulrich von Hutten-Buchhandlung, der Lukas-Buchhandlung in der Franz-Mehring-Str., der Buchhandlung im SMC und der Tourist-Information im Bolfrashaus erhältlich.


  Fördermittel für das Stadtarchiv zur Neuverpackung der Karten- und Plansammlung 

Mit dem Eintreffen des Förderbescheides der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aus Sondermitteln des Bundes für die Erhaltung des schriftlichen Kulturgutes kann das Stadtarchiv jetzt beginnen, die Karten- und Plansammlung umzulagern. Die Sammlung ab 1540 enthält die ältesten gedruckten brandenburgischen Karten, bedeutende Atlanten wie Ortelius Theatrum orbis terrarum und die handgezeichneten Karten der städtischen Ökonomierverwaltung wie der Forstverwaltung. Die 25.000 € aus den Sondermitteln werden ergänzt durch 2.000 € aus den Mitteln des Landes sowie 23.000 € Eigenmittel der Stadt Frankfurt (Oder). Die gesamt zur Verfügung stehenden 50.000 € ermöglichen, die Sammlung mit säurefreien Materialien neu zu verpacken und in neuen Stahl-Planschränken mit Aufsätzen zweckmäßig unterzubringen. Bisher sind die Stücke völlig unzureichend gelagert. Die Sammlung liegt unverpackt gerollt oder in Blöcken durch säurehaltigen Fotorohkarton getrennt, übereinandergeschichtet in alten Planschränken. Diese z. T. defekten Schränke aus Holz sind ungeeignet für die dauerhafte Lagerung. Das Herausnehmen einer Karte ist schwierig und führt oftmals zu Schäden am Einzelblatt. Mit der Neuverpackung soll die kostbare Sammlung für den 2018 anstehenden Umzug in die ehem. Bürgerschule in der Rosa-Luxemburg-Str. 43 vorbereitet werden.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien unterstützt 2017 Archiv und Bibliotheken unterschiedlicher Trägerschaften in ihrer Verantwortung zum Erhalt von Originalen mit insgesamt 1,5 Millionen Euro Fördermittel. Neben dem Programm „Originalerhalt im Sonderformat“, über welches 34 Modellprojekten gefördert werden, hat die Bundesbeauftragte das Sonderprogramm „Originalerhalt im Mengenformat“ ermöglicht. Mit einer Million Euro davon werden 45 Projekte zur Papierentsäuerung, Trockenreinigung und – wie das Frankfurter Stadtarchiv – fachgerechte Schutzverpackung gefördert und damit „Originale als unersetzbare Quellen für Forschung und Kultur“ gesichert.


  Information zum Notfallverbund 

Archive und Bibliotheken in Frankfurt (Oder) und Slubice vereinbaren Verbund zur gegenseitigen Unterstützung in Notfällen

Nach langer Vorbereitung wurde am 20. September 2016 im Collegium Polonicum die Vereinbarung für den regionalen Notfallverbund Frankfurt (Oder)/ Slubice unterzeichnet. Um schnell und bestmöglich auf Hochwasser, technische Defekte oder auch Brände reagieren zu können, haben das Frankfurter Stadtarchiv, das Collegium Polonicum mit der Bibliothek und dem Karl Dedecius Archiv, die Außenstelle Frankfurt (Oder) des Stasi-Unterlagen-Archivs (BStU), Universitätsbibliothek und -archiv der Europa-Universität Viadrina die Vereinbarung zur gegenseitigen Unterstützung in Notfällen getroffen. Die beteiligten Institutionen werden sich in akuten Gefährdungssituationen für das bei ihnen lagernde Kulturgut durch unvorhersehbare Ereignisse gegenseitig unterstützen.
Dr. Krzysztof Wojciechowski vom Collegium Polonicum unterstrich bei der Unterzeichnung der Vereinbarung, dass es sich um den ersten grenzüberschreitenden regionalen Notfallverbund zwischen Archiven und Bibliotheken aus Deutschland und Polen und einen von wenigen in Europa handelt. „Bereits die intensiven Gespräche für diese Notfallkooperation zwischen den Einrichtungen in Slubice und Frankfurt (Oder) haben uns einander nähergebracht und die Kenntnis zu den Aufgaben der Kooperationspartner erhöht.“
Die Teilnehmer des Notfallverbundes setzen darauf, dass der grenzüberschreitende, spartenübergreifende Verbund in einem hoffentlich nie eintretenden Notfall Ressourcen und Erfahrungen aller Partner zugänglich macht. Die Institutionen haben sich im Vorfeld zu ihren Notfallplänen, der Notfallausrüstung und den örtlichen Gegebenheiten abgestimmt und informiert.
„Wir alle haben die Bilder des eingestürzten großen historischen Archiv der Stadt Köln und die Anna Amalia Bibliothek nach dem Brand in Weimar in Erinnerung. Besonders in der ersten Phase zur schnellen Bergung und Sicherung des Kulturgutes braucht es eine starke regionale Partnerschaft“, sagte Ralf-Rüdiger Targiel, Leiter des Frankfurter Stadtarchivs. So geht es beispielsweise um die Zwischenlagerung von Archivalien nach einem Notfall in geeigneten und gesicherten Archivräumen.
„Als Teil einer großen Bundesbehörde können wir im Katastrophenfall in unserem Archivbereich archivgerechte Notfalllagerung absichern und auch wertvolles Archivgut retten“, sagt der Leiter der BStU, Rüdiger Sielaff.
Die Leiterin des Universitätsarchivs der Viadrina Frau Dr. Brockmann und die Bibliotheksdirektoren Herr Dr. Happel und Herr Dr. Klauß betonten die spartenübergreifende Konzeption des Notfallverbunds. Archive und Bibliotheken arbeiten hier zusammen, bündeln ihre Kräfte und können im Falle eines Notfalls gemeinsam mit größerer Effizienz umgehend und zielorientiert reagieren. „Von dieser Strategie können auch die Bibliothek des Collegium Polonicum und das Karl Dedecius Archiv mit ihren wertvollen und für die Verständigungspolitik zwischen Deutschland und Polen so wichtigen Beständen profitieren.“ – bemerkten Grazyna Twardak, die Leiterin der Bibliothek des Collegium Polonicum und Blazej Kazmierczak, der Leiter des Karl Dedecius Archivs.
„Der Notfallverbund ist ein wichtiger Schritt zur Vernetzung von Institutionen diesseits und jenseits der Oder“, sagte Rüdiger Sielaff, der Leiter der Frankfurter BStU, „Er soll auch durch regelmäßige Treffen dem weiteren fachlichen Austausch dienen.“

Foto: Hartmut Kelm, Frankfurt (Oder)

Foto: Hartmut Kelm, Frankfurt (Oder)

Foto: Hartmut Kelm, Frankfurt (Oder)

Fotos: Hartmut Kelm, Frankfurt (Oder)


  Der Film von und über Frankfurts Geschichte 

Nach knapp einjähriger Vorbereitung gaben im Juni Märkische Oderzeitung und Stadtarchiv eine DVD heraus, die die Geschichte der Stadt vom beginnenden 20. Jahrhundert bis zur Wendezeit 1990 im Film und Foto zeigt. Der Film kostet 14,95 € und ist im MOZ-Shop: www.moz.de/dvd zu bestellen. Infolge der guten Nachfrage musste inzwischen eine zweite Auflage herausgebracht werden, die inzwischen auch schon fast verkauft ist.

Zur ersten Präsentation des Films beim MOZ-Talk am 2. Juni erschien in der Märkischen Oderzeitung, Stadtbote der nachfolgende Beitrag von Martin Stralau:

Der Filmschatz von Frankfurt

Die Märkische Oderzeitung und das Stadtarchiv zeigen auf einer DVD die Geschichte der Stadt von 1900 bis 1990

Frankfurt (mst) Im August 2015 rief die Märkische Oderzeitung ihre Leser zusammen mit dem Stadtarchiv dazu auf, privates Filmmaterial aus dem 20. Jahrhundert für eine historische Dokumentation über die Stadt einzusenden. Ein Dreivierteljahr später ist daraus eine DVD mit dem Titel „Frankfurter Filmschätze“ entstanden. Sie zeigt in 85 Minuten die Geschichte der Stadt von der Jahrhundertwende 1900 bis zur politischen Wende 1990 anhand von Aufnahmen, die in dieser Form noch nie der Öffentlichkeit zugänglich waren. Gezeigt werden beispielsweise die ältesten bewegten Bilder, die im Stadtarchiv lagern. Sie stammen von der Familie Kossowsky und sind auf das Jahr 1925 datiert. Zu sehen sind ein Motorradrennen durch Frankfurt und Aufnahmen von Kindern, die mit einem Zicklein spielen.

Ausgespart wird natürlich auch nicht die Zeit des Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieges, an deren Ende die Innenstadt nahezu komplett zerstört war. Es gibt Filmaufnahmen vom 21. Februar 1935, als Tausende Frankfurter Spalier standen, um Adolf Hitler zu empfangen. Andere Sequenzen dokumentieren die Nachkriegszeit und den unerschütterlichen Aufbauwillen der Menschen. Interessant sind auch Filme des Booßener Ortsvorstehers Eberhard Vetter, die er ab 1967 mit einer tschechischen 8-Millimeter-Kamera aufgenommen hat – zum Beispiel die Jugendweihe seiner Tochter.

Für die DVD wurden in monatelanger Detailarbeit aus mehr als 200 Filmen des Stadtarchivs und von Lesern verwertbare Filmschnipsel digitalisiert, geschnitten und vertont sowie mit einem redaktionellen Text versehen, der in Abstimmung mit dem Stadtarchiv entstanden ist. Dessen Leiter, Ralf-Rüdiger Targiel, ist froh über das fertige Produkt. „Es ist ein Projekt, was wir immer mal wieder im Auge hatten, aber bisher nie verwirklichen konnten, weil es ein unheimlicher Kraftakt ist.“

Ausschnitte aus dem Film werden heute beim MOZ-Talk (19.30 Uhr im Kleist Forum) gezeigt. Zu Gast ist Jürgen Herrmann, der mit Kollegen des Amateurfilmclubs Frankfurt (AFC) den Oktoberfrühling und die Wendezeit auf Film festgehalten hat. Mit den AFC-Aufnahmen endet die DVD.


  Neue Telefonnummern 

Ab sofort ist das Stadtarchiv unter neuen Telefonnummern zu erreichen.

Diese lauten:

(0335) 552 4300 (Sekretariat/ Haushalt)
(0335) 552 4399 (Fax Sekretariat)
(0335) 552 4301 (Herr OA R.-R. Targiel)
(0335) 552 4302 (Frau Karin Jünger)
(0335) 552 4303 (Frau B. Engemann)
(0335) 552 4304 (Benutzerdienst)


  Ein Blick auf das neue Stadtarchiv 

Die Stadt Frankfurt (Oder) plant, für das unter anderem unter akuter Raumnot leidende Archiv der Stadt, das ehemalige Schulgebäude an der Ostseite unseres Lennéparks umzubauen. Seit heute informiert das Projektschild an der einstigen Bürgerschule über das wichtige Projekt.