Stadtarchiv Frankfurt (Oder)

Bestandsübersicht


Stand: 31.12.2009

Beständeabteilung II
Städtisches und nichtstädtisches Archivgut 1945 bis 1990

Das städtische Archivgut von 1945 bis 1990 besteht aus dem Bestand des Rates der Stadt, Teilbestände II.1.1. (1945-1952) und II.1.2. (1952-1990), sowie den Beständen der ehemaligen nachgeordneten Betriebe und Einrichtungen des Rates der Stadt (1945-1990) (II.1.3). Das nichtstädtische Archivgut wird unter II.2.- hier zum besseren Überblick noch systematisch zusammengefasst in: Eingemeindete Dörfer/ Einzelne Firmen/ Sonstige Bestände - dargestellt.


II.1. Städtisches Archivgut

II.1.1. Rat der Stadt / Stadtverordnetenversammlung 1945-1952

In diesem 26 Regalmeter Akten umfassenden Bestandsteil befindet sich die gesamte Überlieferung, die aus der Tätigkeit des ab April 1945 unter dem ersten Oberbürgermeister Dr. med. Ernst Ruge (1878-1953) aufgebauten Rates der Stadt bis 1952 überliefert ist. In der Zeit vom 1. Juli 1950 bis zur Verwaltungsreform vom 23. Juli 1952 war Frankfurt (Oder) als kreisangehörige Stadt, mit Erwin Hinze (1909-1972) als Bürgermeister an der Spitze, Kreisstadt des Kreises Frankfurt (Oder). Der Ende der siebziger Jahre intensiv erschlossene Bestand ist in 10 Hauptgruppen unterteilt. Von besonderer Bedeutung ist das handgeschriebene Protokollbuch der Stadtverordnetenversammlung von 1946 bis 1952 

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Von Fritz Bösel, CDU, geführtes Protokollbuch der Stadt- verordnetenversammlung bis 1952. (Repro M.Fricke

II.1.2. Rat der Stadt / Stadtverordnetenversammlung 1952-1990

Mit dem "Gesetz über die weitere Demokratisierung des Aufbaus und der Arbeitsweise der staatlichen Organe in den Ländern der DDR" wurde eine tiefgreifende Verwaltungsreform eingeleitet. Statt der formal nicht aufgelösten Länder entstanden 14 Verwaltungsbezirke. Frankfurt (Oder) wurde wieder kreisfrei und Bezirkshauptstadt des neugebildeten Bezirkes Frankfurt (Oder). Die Stadt verlor die noch bestehende kommunale Selbstverwaltung und wurde zunehmend zur örtlichen Ebene des zentral organisierten Staates. Die Geschicke der Stadt wurden bis 1989/90 immer mehr von dem in der Stadt errichteten Rat des Bezirkes und der Bezirksleitung der SED bestimmt. Der in 21 Hauptgruppen geordnete Bestand Rat der Stadt von 1952 bis zur Kommunalwahl am 6.Mai 1990 umfasst ca. 460 Regalmeter z.T. sehr intensiv bearbeitetes Archivgut.

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Schriftstück aus dem Vorgang zum Experimentalbau ("Exbau") am späteren Brunnenplatz

II.1.3. Nachgeordnete Einrichtungen des Rates der Stadt 1945-1990

Für die einst nachgeordneten Einrichtungen, besonders aus den Bereichen Kultur, Soziales und Bildung, war das Stadtarchiv das zuständige Endarchiv. Ein Teil der 1990 noch existierenden Einrichtungen wurde danach aufgelöst (z.B. Militärpolitisches Kabinett) oder zu einem anderen Träger übergeleitet (z.B. Kleist- Gedenk- und Forschungsstätte). Die anderen Bestandsbildner erhielten eine andere Zuordnung und sind weiterhin abgabepflichtig. In den fortgeführten Einrichtungen wie den Schulen und Kultureinrichtungen befindet sich noch umfängliches Schriftgut, welches das Stadtarchiv in den nächsten Jahren übernehmen muß. Hervorgehoben werden soll die Überlieferung des "Runden Tisches" der Stadt Frankfurt (Oder). Zwei Akten dokumentieren seine Sitzungen in den Wendemonaten Ende 1989/ Anfang 1990. Die 42 aufgeführten Bestände umfassen insgesamt 130 Regalmeter. 

Aus dem Bestand der Kleist - Gedenk - und Forschungsstätte, Bitte um Ausstellungstücke für die erste Ausstellung im neuen Gebäude, der ehem. Garnisonschule


II.2. Nichtstädtisches Archivgut

65 Bestände mit 130 Regalmetern

Eingemeindete Dörfer 1945-1973

Während sich die Belange der 1945/1947 eingemeindeten Dörfer in den Akten des Rates der Stadt (vgl. II.1.1, II.1.2) widerspiegeln, war das Schriftgut der erst 1973 eingemeindeten Dörfer nach der Eingemeindung als eigenständige Bestände zu übernehmen. 1977 bzw. 1991 übernahm das Stadtarchiv im Rahmen von Bestandsabgrenzungen mit den Kreisarchiven Märkisch-Oderland und Landkreis Oder-Spree die insgesamt 3,2 Regalmeter umfassenden und bis zur Eingemeindung reichenden Bestände der Räte der Gemeinden Booßen, Hohenwalde und Lossow (vgl. I.9).

Einzelne Firmen 1945-1990

Die Wirtschaftsbestände der sog. kreisgeleiteten volkseigenen und genossenschaftlichen Wirtschaftsbetriebe, für die das Stadtarchiv das zuständige Endarchiv war, werden ergänzt durch Bestände von wenigen Privatbetrieben und nach 1990 privatisierten Betrieben. Der mit 31 Regalmetern größte der 28 Bestände betrifft das Heizkraftwerk Finkenheerd, dessen z.T. bis 1945 zurückreichendes Schriftgut, darunter auch die vertraulichen Havariemeldungen, beim Abriß des Heizkraftwerkes 1998 gerettet wurde. Weitere für die Erforschung der Frankfurter Wirtschaftsgeschichte wichtige Bestände wird das Stadtarchiv in den nächsten Jahren vom Archivdepot der DISOS GmbH erhalten.

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Erstes Gründungsprotokoll der GPG mit dem Namensvorschlag "V. Parteitag", die Gründung wurde dann am 10. Sept. 1959 unter dem Namen "Frohe Zukunft" vollzogen

Sonstige Bestände

Die Bestände mit ca. 90 Regalmetern bis 1990 wurden vorwiegend nach 1990 übernommen. Darunter befindet sich unter anderem der Aktenbestand des Amateur- Film- Centrums sowie eine vierbändige Chronik der FDJ-Kreis Frankfurt (Oder).