Stadtarchiv Frankfurt (Oder)

Bestandsübersicht


Beständeabteilung III
Archivbibliothek und zeitgeschichtliche Sammlungen


III.1. Bildersammlung

Zu den Zeugnissen der reichen Geschichte der Stadt gehören Stadtbilder. Im Stadtarchiv befindet sich eine seit etwa 1925 aufgebaute Sammlung von Holzschnitten, Kupfer- und Stahlstichen, Lithografien und Aquarellen zur Stadt ab 1548. In 14 Sachgruppen geordnet umfasst diese Sammlung mehr als 1700 Originale (einschl. Porträts). Um der stadtgeschichtlichen Forschung einen zumindest bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts kompletten Bestand zu ermöglichen, ermittelt das Stadtarchiv die hier nicht vorhandenen Blätter und fügt diese als Kopie der Sammlung bei. Die älteste heute bekannte Ansicht der Stadt Frankfurt (Oder) stammt aus der Zeit um 1535 und wurde 1996/97 in der Universitätsbibliothek Würzburg entdeckt.

Die Stadtansichten werden ergänzt durch Bildnisse bedeutender Persönlichkeiten, die in Beziehung zur Stadt und Universität standen (580 Blätter).

vergr. Ansicht

Die Praesides des schlesischen, märkischen und preußischen (Studenten-) Kränzchens, Juni 1805

vergr. Ansicht

vergr. Ansicht

Signierter Holzschnitt von Frantz Friederich,
Brustbild des Andreas Musculus.
Repro J.Müller

Frankfurt um 1788 vom Uferrand der Haakwiesen, Guasch, J. F. Nagel.
Repro W. Mausolf

III.2. Karten / Pläne

Die Sammlung von etwa 800 Karten und Plänen der Stadt Frankfurt (Oder) und ihrer näheren Umgebung von 1706 bis zur Gegenwart wird ergänzt durch Karten des einstigen Regierungsbezirkes Frankfurt (Oder) und des Landes Brandenburg. Die Sammlung wird ständig ergänzt durch die neuerscheinenden Stadtpläne. Zu den wertvollsten Stücken gehören die handgezeichneten Stadtpläne von 1840 und 1848. 

vergr. Ansicht

vergr. Ansicht

Erster Stadtplan auf Grund tatsächlicher Vermessung, Geometrischer Grundriss
von Leonhard Christoph Sturm, 1706

Ausschnitt aus dem von A. Kramm handgefertigten, kostbaren Stadtplan
 um 1840

III.3. Zeitungssammlung

Im Stadtarchiv befindet sich eine systematisch gewachsene Zeitungs- und Zeitschriftensammlung. Von den Gelehrtenblättern des 18. Jahrhundert - wie den "Neuen Frankfurter Gelehrten Anzeigen" - bis zu den aktuellen, ständig fortgeführten Zeitungen wie die "Märkische Oderzeitung" umfasst die Sammlung mehr als 100 Titel.

vergr. Ansicht

Erschienen im Frankfurter Verlag Carl Gottlieb Strauß: Neue Frankfurter Gelehrte Anzeigen

Frankfurt war und ist seit 1811, als Prof. Dr. Christian Wilhelm Spieker sein "Frankfurter Patriotisches Wochenblatt" begründete, eine Stadt mit Zeitungstradition.

vergr. Ansicht

Erste periodische Zeitung der Stadt, begründet und herausgegeben zum Besten der Armenkasse und des Waisenhauses von Prof. theol. und Oberpfarrer von St. Marien C. W. Spieker 1811.

Spiekers Wochenblatt erschien von 1880 bis 1945 täglich unter dem Namen "Frankfurter Oder-Zeitung", die nur noch in einer einzigen kompletten Ausgabe, und das im Frankfurter Stadtarchiv, vorhanden ist. Diese 24 Regalmeter umfassende wertvolle Zeitung ist verfilmt und kann im Lesesaal des Archivs eingesehen werden. Zu einem späteren Zeitpunkt ist geplant, die Zeitung von 1811 bis 1945 zusätzlich unter www.Historische-Oderzeitung.de gegen eine vorab zu zahlende Lesegebühr in das Internet zu stellen. In jahrzehntelanger Arbeit wurden die verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften auf wichtige Ereignisse und Daten für die Geschichte der Stadt und ihrer Umgebung durchgesehen. Diese Kartei mit etwa 80000 Karteikarten wird auch heute noch täglich fortgesetzt.

vergr. Ansicht

Seit 1880 unter dem Namen
"Frankfurter Oder-Zeitung"

III.4. Archivbibliothek

Frankfurt (Oder) kann den Ruhm für sich beanspruchen, die Buchdruckkunst in die Mark Brandenburg eingeführt zu haben. Frankfurter Druckwerke bilden einen Sammlungsschwerpunkt der Archivbibliothek. (erster bekannte Druck von 1502 hier nicht vorhanden, ältester vorhandener Frankfurter Druck aus dem Jahr 1507, auch Leichenpredigten, Schulprogramme). 

vergr. Ansicht

vergr. Ansicht

Druckerzeugnis vom Buchdrucker Konrad Baumgarten
für Prof. Ambrosius Lacher, Frankfurt 1507

Johann Eichorn 1555 -
Erstdruck des Buches vom pluderlichten Hosenteufel
für Prof. theol. Andreas Musculus

Ein weiterer Schwerpunkt existiert mit der ersten Frankfurter Universität 1506 bis 1811 (ca. 3000 Drucke).

vergr. Ansicht

Vorlesungsverzeichnis der Frankfurter Universität 1689

Die Archivbibliothek umfasst insgesamt etwa 16000 Bände, darunter 34 Inkunabeln von 1470-1500. Sie ist eine Spezialbibliothek zur Stadt-, Landes- und Universitätsgeschichte. Diese Bibliothek wurde seit 1925 aufgebaut, indem die 1890 begründete Archivbibliothek mit den Beständen verschiedener Schulbibliotheken - darunter besonders vom 1694 begründeten Friedrichsgymnasium - , den Bibliotheken von Vereinen und anderer Stellen vereinigt wurde. Nach 1951 wurde diese Bibliothek zu einer wissenschaftlichen Spezialbibliothek ausgebaut. Die Werke sind im Stadtarchiv einzusehen. Nur im Einzelfall werden Bücher über den Leihverkehr der Bibliotheken verliehen (Werke nach 1850). Anforderungen sind über die Universitätsbibliothek Frankfurt (Oder) bzw. die Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt (Oder) an das Stadtarchiv zu richten. Der Gesamtbestand der Archivbibliothek ist durch einen alphabetischen und systematischen Katalog (25 sachthematische Gruppen) erschlossen. Der Gesamtkatalog ist digitalisiert, eine Recherche ist über Internet möglich

[ Online-Bibliotheks-Katalog ]

III.5. Film- und Fotosammlung, Ansichtskarten

Obwohl viele Fotografien der alten Fotosammlung des Stadtarchivs seit 1945 verschollen sind, enthält der Bestand noch eine Reihe von Aufnahmen, die die Stadt seit 1865 und danach zeigen. Seit 1950 wurde die Sammlung verstärkt aufgebaut und besonders durch historische Postkarten ergänzt. Darüber hinaus erhielt das Archiv viele wertvolle Fotografien als Schenkung. Heute umfasst die Sammlung rund 57000 Originalabzüge bzw. Negative (mit Rechten), die vorwiegend einen konkreten Bezug zur Stadt und ihrer Geschichte haben. Darunter sind etwa 3800 Postkarten, 40000 Negative aus dem Nachlass des Postrates a.D. Hans-Werner Funk sowie Aufnahmen des traditionsreichen Frankfurter Fotobetriebes L.Haase & Co. (Foto-Fricke), dessen letzter Inhaber Martin Fricke, den Bestand 2000 an das Stadtarchiv übergab.

vergr. Ansicht

vergr. Ansicht

vergr. Ansicht

Stereoskopiebild um 1870.
Mit Stereobrille betrachtet, wird die räumliche Sicht in das Innere von St. Marien möglich. Foto Schreiber & Ochs

Frankfurter Rathaus mit Marktplatz, 1894.
Foto Dr. E. Mertens & Cie, Berlin

Mühlengasse beim Hochwasser im Nov. 1930.
 Foto L.Haase & Co (Foto-Fricke)

vergr. Ansicht

vergr. Ansicht

Aus einem Foto-Album
 "Gestalten im Nebel"
am Frankfurter Rathaus.

Blick auf das zerstörte Zentrum, 1946.
Foto L.Haase & Co (Foto-Fricke)

Einweihung des 1. Fensters von St. Marien
 am 28. Mai 2005
 Foto
H. Köhler

Außerdem besteht eine Filmsammlung zur Stadt. Hauptbestandteil sind 248 Filme des ehemaligen Amateur- Film- Centrums Frankfurt (Oder) von 1963 bis 1989. Diese Sammlung wird ergänzt durch Privatfilme von Frankfurtern. Der älteste vorhandene Film wurde von Walter Kossowski aufgenommen und zeigt ein Rennen des ADAC, Ortsgruppe Frankfurt a.d. Oder, durch die Große Oderstraße in den 20er Jahren.
Die vorhandenen Originalfilme werden durch Kopien von Frankfurt-Filmen aus anderen Archiven (z.B. Bundesarchiv - Deutsche Wochenschau, DEFA-Augenzeuge) sowie Mitschnitten des Frankfurter Fernsehens und von Sendungen über Frankfurt (Oder) und filmischen Arbeiten Frankfurter Studenten aus der Lehrzeit von Prof. Dr. B. Keifenheim ergänzt. Diese dienen ausschließlich der Dokumentation der Stadtgeschichte. Anders als bei den vorhandenen Originalfilmen besitzt das Stadtarchiv hierzu keine Rechte, deshalb ist auch keinerlei Kopierung durch das Stadtarchiv möglich.
Einige Beispiele aus der Filmsammlung finden Sie unter der Rubrik »Besondere Angebote«.

III.6. Plakatsammlung

Gesammelt werden alle Plakate zur Stadt Frankfurt (Oder). Mit dem Aufbau der Sammlung wurde in den 60er Jahren begonnen. Sie umfasst heute mehr als 4000 Stück.

vergr. Ansicht

vergr. Ansicht

Ältestes Stück der Plakatsammlung

Aufruf des "Neuen Forums" zur Demonstration
am 11. Dez. 1989

III.7. Stammbücher / Autographen / Handschriften

Neben einer kleinen Sammlung von Stammbüchern Frankfurter Studenten (33 Bände), besitzt das Stadtarchiv eine Sammlung von Briefen von und an Frankfurter Persönlichkeiten (etwa 200 Blatt)  sowie einen kostbaren Bestand von 35 Handschriften aus der Zeit vom 11. bis 18. Jahrhundert. 

vergr. Ansicht

vergr. Ansicht

Grundschäferei.
Seite aus dem Stammbuch des Studenten Ernst F. G. Eccius, 1807

Brief Wilhelm von Humboldt an Prof. Solger
vom 25. Mai 1810

III.8. Sonstige kleine Sammlungen

Zahlungsmittel / Wertpapiere

Mit der kompletten Frankfurter Notgeldüberlieferung von 1918 bis 1923 sowie Aktien Frankfurter Unternehmungen

vergr. Ansicht

vergr. Ansicht

Erstes Blatt aus der Notgeld- Mappe des Magistrates
mit der kompletten Überlieferung

Aktie der 1870 begründeten Frankfurter Actien-Brauerei - ein Geschenk der Oderland-Brauerei GmbH

Lebensmittelkarten

Vom Verpflegungszettel 1808 bis zu den 1958 aufgehobenen Lebensmittelkarten

vergr. Ansicht

Essenmarken für die Frankfurter Bürgerküche

Postwesen

Seit 1950 geführte Sammlung mit insgesamt 5 Mappen Frankfurter Sonderstempel, Frankfurter Privatpostmarken und Frankfurt betreffende Briefmarken

vergr. Ansicht

2 Pf. Marke (Karten / Drucksache),
3 Pf. Marke (Briefe)
von der privaten Stadtbriefbeförderung
Deutscher Herold, etwa 1896 - 1899

Siegel- und Stempelsammlung

Neben vereinzelten Petschaften aus dem 18. Jahrhundert (wie vom Gewerk der Hutmacher, 1722) besonders Stempel der Stadt Frankfurt (Oder) nach 1945. Ständiger Zugang durch ausrangierte Stempel der städtischen Verwaltung.

Theater

Frankfurt hat eine sehr lang zurückreichende Theatertradition. Nach den Komödienspielen der Frankfurter Studenten im 16. Jahrhundert traten wandernde Truppen auf. 1842 errichtete die Stadt ein eigenes Theatergebäude, das sie verpachtete. In den zwanziger Jahren existierte das Theater in der Rechtsform einer GmbH, später mit einem stadteigenen Ensemble. In der Sammlung befinden sich Theaterzettel (ab 1704), Programmhefte (ab 1925), Plakate (ab 1926, besonders ab 1946). Dieser Bestand wird demnächst ergänzt durch weitere Sammlungen des ehem. Kleist-Theaters.

vergr. Ansicht

Ältester vorhandener Frankfurter Theaterzettel, 1704