Stadtarchiv Frankfurt (Oder)

FAQ


Was hat Frankfurt (Oder) für ein Stadtwappen?

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Für die Führung ihrer Rechtsgeschäfte bedurfte die Stadt von Anfang an ein Siegel. Ob es sich um das 74 mm große oder um das jüngere kleinere Siegel handelt, immer ist inmitten eines Stadttores "unser stadt - Zeichen", der Hahn zu sehn. Warum der Hahn erwählt wurde, könnte mit einem Wortspiel erklärt werden. Im frühen Mittelalter war die übliche lateinische Bezeichnung für den Franken das Wort gallus, wie auch gallus die Bezeichnung für den Hahn ist. Mit der Wahl des Hahnes durch die lateinkundigen Stadtgründer symbolisierten sie die ersten Bewohner der Stadt und gaben sich damit ein "redendes" Stadtzeichen. Die Form des Hahnes änderte sich im Lauf der Jahrhunderte. Anfangs mit beiden Füßen auf dem Boden, tritt er uns seit dem 16. Jahrhundert mit einem erhobenen Fuß entgegen. Sollte er seine Haltung wegen des geringeren Durchmessers des Siegels verändert haben? Die Versuche, den seit dem 19. Jahrhundert in beiden Formen zu entdeckenden Hahn zu vereinheitlichen, blieben ohne Erfolg. So wurde 1952 der schreitende Hahn beschlossen, hauptsächlich verwandt wurde jedoch ein stehender Hahn. Im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Siegel steht das wahrscheinlich schon seit dem Ende des 14. Jahrhunderts gebrauchte Wappen. Seine Farben beschrieb zuerst Wolfgang Jobst, Sohn des Bürgermeisters Hieronymus Jobst und Professor der ersten Frankfurter Universität, in seiner 1561 gedruckten Geschichte der Stadt. Danach hat die Stadt " zum Wapen bekommen / einen rothen Han mit einem guelden Kopff und gelben Fuessen / auff einem gruenen Berge, in weissen Felde / stehend".

Die amtliche Beschreibung des Oder-Frankfurter Stadtwappens lautet:

„In Silber auf grünem Berg aufgerichtet stehend ein goldbewehrter roter Hahn im Kleeblattbogen eines von zwei sechseckigen Türmen beseiteten offenen, roten Torbaus; darüber schwebt ein silberner Schild mit rotem Adler; auf den goldbeknauften Dächern der Seitentürme steht je ein abgewendeter, widersehender goldener Vogel; der breitgedachte Mittelbau ist an den Ecken mit je einem goldenen Kreuz versehen.“

Daraus leiten sich die Frankfurter Stadtfarben ab. Diese lauten: rot/grün/weiß. Die Reihefolge der Farben entspricht durch die traditionelle Verwendung nicht den heutigen heraldischen Grundsätzen.
Das Stadtwappen, wie es die Frankfurter Kontingente von Lanzenträgern und Schützen, die Stadtpfeifer und andere im Dienst der Stadt stehende Personen trugen, ist auch heute noch am Südgiebel des Rathauses zu entdecken. Ein stolzer Hahn ist hier auf der mit 1609 datierten und zuletzt 1994 restaurierten Kupferplatte links neben der Mittelrose zu sehen.